Beweidungsprojekt

Naturschutz vor „der Haustür“ und die Entstehung dieses Beweidungsprojekts:
Mitte der 60er Jahre fing alles mit dem Abbau von Sand und Kies im Kieswerk Müssen  „Im Heidland“ an. Zum Jahresende 2022 wurde der Abbau abgeschlossen. Die durch den Abbau entstandenen Seen befinden sich allesamt im Naturschutzgebiet „Rethlager Bach“ und erstrecken sich über ein Gesamtgebiet von ca. 32 ha, welches nunmehr dem Kreis Lippe als Beweidungsprojekt zur Verfügung steht.

Die Rohstoffgewinnung erfolgte mittels elektrischem Schneidradsaugbagger. Das Material wurde unter Wasser mit Schneidrad/Schneidzähnen gelöst und als Sand-Kies-Wasser-Gemisch zur Aufbereitung gepumpt. Das geförderte und aufbereitete Material wurde hauptsächlich im Straßenbau sowie Kanal- und Rohrleitungsbau verwendet.


Schon während der letzten Jahre erfolgte parallel eine Rekultivierung des Geländes, die aktuell ebenfalls bereits abgeschlossen ist. Auf den Flächen des aktuellen Beweidungsprojekts wurden die Betriebsanlagen beseitigt.

 

Somit konnten die Flächen für das Beweidungsprojekt des Kreises Lippe vorbereitet werden. Bei den aktuellen Beweidungsflächen handelt es sich größtenteils um ehemalige Ackerflächen des Hofes Luetgebrune aus Lage.

 

Genau diese Flächen stellen nunmehr ein schönes Beispiel dafür da, wie unterschiedliche Nutzungen ineinandergreifen und sich gegenseitig bedingen können. So hätte sich ohne die Kiesgewinnung niemals die Grundlage für ein so wertvolles Biotop gebildet. Durch die Abgrabung hat sich zwischen Gewässer, offenen Kiesbänken und Sekundärvegetation eine wertwolle Flora und Fauna gebildet.

Um diese wertvollen Biotope zu erhalten und weiter zu fördern, müssen die Flächen vor der Verbuschung geschützt werden. Die Flächen offen zu halten wird nunmehr durch die Beweidung mit Schottischen Hochlandrindern und Wasserbüffeln naturnah gestaltet. Gleichzeitig wird durch ihren Kot die Insekten- und damit auch die darauf aufbauende Nahrungskette gefördert.

Das Gelände kann man jedoch nur von außen einsehen. Betreten darf man das Gelände leider nicht!  Bei einem Spaziergang kann man jedoch auch einmal Glück haben und wird mit einem imposanten Anblick auf die Hochlandrinder belohnt. Ein Aussichtspunkt ist in der Planung. Derzeit befinden sich zwei Ochsen und sechs junge Kühe auf dem Gelände.  Drei Wasserbüffel sollen noch folgen.

Auf dem unteren Foto ein Blick auf die weidende Herde, die ihr neues Domizil erkundet.
Artikel in der LZ vom 22./23. Juli 2023

 

 

 

Martin Ahle GmbH & Co. KG